Die ersten Planungen für den auf dem Lattberg stehenden 24 Meter hohen Aussichts-, Telegrafen- und Museumsturm gehen auf das Jahr 1999 zurück. Gebaut wurde er jedoch erst im Jahr 2011, seine offizielle Übergabe erfolgte im Mai 2012 in Gegenwart der Detmolder Regierungspräsidentin. Auf dem Dach erinnert der 9 Meter hohe Signalmast mit den 6 voll funktionsfähigen Flügeln an die „Preußische Optische Telegrafie“. Im Innern befinden sich die Abgüsse einer 190 Mio. Jahre alten Paddelechse sowie eines gleichalterigen Ammoniten. An den Wänden des 111-stufigen Treppenaufgangs erklären Schautafeln die erdgeschichtliche Entwicklung. Eine im Eingangsbereich installierte Vogelstimmentafel sowie ein im Umfeld errichteter Naturlehrpfad laden zum Horchen, Wandern und Verweilen ein.
Telegrafenverein Entrup - Der Lattbergturm
Kreis Höxter in 3D - Lattbergturm & Entrup
Eine kleine Fachwerkkirche hatte die Ortschaft Entrup bereits zum Ende des 16. Jahrhunderts. Ihre mit einem Dachreiter versehene einschiffige Kirche aus Stein bauten sich die Entruper im Jahr 1819. Im Nachkriegsjahr 1948 erfolgte der Anbau des Glockenturmes. Den Innenraum dominiert heute der im „Westfälischen Bauernbarock“ gestaltete Altar. Bemerkenswert sind die zu beiden Seiten der Apsis angebrachten Figuren. Sie stammen aus dem 16. Jahrhundert und symbolisieren den hl. Petrus und den hl. Martin. Die an der Außenwand angebrachte Statue des hl. Johannes des Täufers schuf der in Steinheim aufgewachsene Bildhauer Will Hanebal im Jahr 1962. Früher in der Kirche vorhandene Decken- und Wandmalereien sowie zwei kunstvoll gestaltete Rundfenster fielen 1974 dem damaligen Renovierungseifer zum Opfer.
1995 begann der Heimatverein Entrup aktiv e.V. mit dem Bau des Vereinssportheims. Eingeweiht wurde es nach mehreren tausend Stunden Eigenleistung am 4. und 5. Mai 1996. Der Mehrzweckbau dient der Dorfgemeinschaft gleichermaßen als Sporthalle, Versammlungsraum und Tagungsstätte sowie als Raum für Vereinsaktivitäten und Familienfeiern. Somit ist das Vereinssportheim für die Ortschaft Entrup das, was man in anderen Ortschaften als Dorfgemeinschaftshaus bezeichnet. Im Kellergeschoß befinden sich ein Schießstand, sowie Umkleide- und Sanitärräume.
Heimatverein Entrup Aktiv - Ausstattung und Inventar
Das 1929 am Filleberg erbaute „Kriegerdenkmal“ ist heute Ehrenmal für die Gefallenen und Toten beider Weltkriege. Im Innern des oktogonalen Bauwerks mit dem barock-geschwungenen Dach befinden sich die Tafeln mit den Namen der Kriegsopfer. Von ungewöhnlicher Intensität ist das nahezu zwei Quadratmeter große Altarbild. Geschaffen hat es der renommierte Kirchenmaler Heinrich Repke im Jahr 1932. Bedeutende Werke von ihm sind im Raum Paderborn, Gütersloh und Wiedenbrück, sowie in den Niederlanden und jenseits desOzeans zu finden. Faszinierend an diesem Bild ist die detaillierte Darstellung menschlichen Leidens und die schmerzliche Physiognomie des gequälten Christus. Allein der Blick auf die feingezeichneten Hände der dargestellten Personen lässt die besonderen Fähigkeitendes Künstlers erkennen. Eine zum Lichtträger (Kerzenständer) aufgerichtete Kette erinnert im Ehrenmal daran, wie nahe Gefangenschaft und Frieden beieinander liegen. Umfangreiche Sanierungsarbeiten erfolgten im 75. Jubiläumsjahr 2004.
Bericht aus 2004 zum 75-jährigen Jubiläum von Josef Köhne
Den Sportplatz am Neuen Weg legten die Entruper in den Jahren 1993/94 in Eigenleistung an. Er ist gelungener Ersatz für einen Bolzplatz, der der fußballgebegeisterten Jugend sowie den einmal im Jahr gegeneinander antretenden Vereinen (Feuerwehr, Spielmannszug,KLJB, Schützen) für ihre Aktivitäten diente. Als Ausgleich für den Flächenverbrauch blieb der Bolzplatz mit seinem wertvollen Kalkmagerrasen der Natur überlassen. Zusätzlich pflanzten Jugendliche und Sportler des neu gegründeten BSV Entrup 2.000 junge Grünpflanzen (Laubbäume / Sträucher). Neben dem Sportplatz entstanden in der Folgezeit regelmäßig genutzte Vereinsräume.
Der Bau des ehemaligen Schulgebäudes begann im Oktober 1955, eingeweiht wurde es im Oktober 1956. Bereits 10 Jahre später erfolgte mit der Verlegung der Volksschule (Grundschüler nach Sommersell / Hauptschüler nach Nieheim) die endgültige Schließung der Schule. Seitdem werden die beiden Schulklassen als Pfarrheim genutzt. Im Keller hat die KLJB einen Jugendraum. Der ehemalige Schulplatz konnte im Rahmen des 1992 eingeleiteten und in den Jahren 1997/98 durchgeführten Dorfentwicklungsverfahrens entsiegelt undumgestaltet werden. Er ist zurzeit Standort für den Vereinsmaibaum der Dorfgemeinschaft.
Bilder / Fotos:
Etwa 250 Meter hinter der Siedlung Mariental treffen Wanderer auf den in Entrup als Flutkasten (plattdeutsch Fleotkasten) bekannten Aquädukt. Er wurde im 16. Jahrhundert gebaut, um damit den Wasserlauf der Beber zur Entruper Mühle zu gewährleisten. In unmittelbarer Nähe stand früher ein Heiligenhäuschen. Es ist anzunehmen, dass dieses im Zuge der Christianisierung eine germanische Kultstätte „verdrängte“. Denn der zu dieser Stelle führende Weg trägt den Namen Laufricker. Und dieser lässt sich wohl auf einein der Laue (feuchte Senke) befindliche Stätte zurückführen, an der die Göttin Frigga verehrt worden ist. Es war also die „Laue der Frigga“, aus der im Laufe der Zeit umgangssprachlich „die Laufricker“ (plattdeutsch Lahfricker) wurde. Da Frigga als Schutzgöttin der Ehe und Mutterschaft galt, lässt sich auch das plattdeutsche Wort „friggen“ für heiraten davon ableiten.
Der schwere Felsblock am Vereinssportheim ist in Erinnerung an die zuvor von der Dorfgemeinschaft geleisteten Arbeiten aufgestellt worden. Anerkennung fanden diese im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, wo Entrup zweimal Kreissieger wurde und einmal imLandeswettbewerb einen zweiten Preis erzielte. Der rechts unter dem großen Felsblock liegende stützende Felsbrocken soll symbolisieren, dass nicht selten kleine Gruppen tragende Aufgaben für die ganze Gemeinschaft übernehmen.
Bilder / Fotos: